Ein Traum wird wahr

02.05.2012

Durch die „Sterne des Sports“ hat der Wassersport PCK Schwedt e.V. sein neues Rettungs- und Begleitboot finanzieren können.

Gerhard Bowitzky hat nach einem Unfall ein Bein verloren; der Kanu-Sport half ihm dabei, sich ins Leben zurückzukämpfen. Das Foto zeigt ihn bei der Para-Kanu-WM in Polen 2011, wo er Vizeweltmeister wurde. (Foto: Verein)^

Seit 2009 bietet der PCK Wassersport Schwedt e.V. auch Training im Reha- und Behindertensportbereich an. (Foto: Verein)

Gute PR zahlt sich aus – diese Erfahrung hat auch die Reha- und Behindertensportabteilung des PCK Schwedt e.V. gemacht. Durch die Erfolge bei den „Sternen des Sports“ 2011 auf lokaler, Landes- und Bundesebene hat der Verein eine so starke Lobby aufbauen können, dass er für das dringend notwendige neue Begleitboot 11.000 Euro Förderung vom Land Brandenburg bekam. Zusammen mit den insgesamt 4.500 Euro Geldprämien aus dem Wettbewerb reicht die Summe, um das dringend notwendige Begleit- und Rettungsboot zu kaufen. „Im Juni soll es kommen“, freut sich Gerhard Bowitzky vom Vereinsvorstand, der selbst gerade für die WM im Paracanoeing trainiert.

Die „Sterne des Sports“ als Gütesiegel

„Bei der Preisverleihung des ‚Großen Stern des Sports’ in Silber in Potsdam war ja Sportministerin Münch dabei. Außerdem gehört das Nachbargrundstück, das an unser Vereinsgelände angrenzt, dem finanzpolitischen Sprecher der SPD im Potsdamer Landtag, Mike Bischoff. Durch ihn haben wir eine direkte Anfrage an den Ministerpräsidenten Matthias Platzeck stellen können – und keine 14 Tage später war die Zusage für das Fördergeld auch schon da. Das haben wir mit Sicherheit auch den Medienberichten und Kontakten rund um die ‚Sterne des Sports’ zu verdanken“, fasst Bowitzky zusammen.  

Für ihn lässt sich der Effekt der „Sterne des Sports“ aber am besten an der Geschichte eines neuen Vereinskameraden festmachen. Der Mann wohnt in Angermünde, ist querschnittgelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen. Durch die Artikel, die nach dem Gewinn des „Großen Stern des Sports“ in Bronze über den Verein in der lokalen Presse erschienen, war er auf das Angebot im Behindertensportbereich aufmerksam geworden. „Er hat zu uns Kontakt aufgenommen, weil er die meiste Zeit allein und isoliert in seiner Wohnung saß und dabei dick und träge geworden war. Heute trainiert er dreimal in der Woche bei uns, hat dadurch feste Termine, einen neuen Freundeskreis und deutlich mehr Lebensfreude. Seine körperlich Fitness hat sich wieder deutlich verbessert und auch einige Kilos sind schon weg“, erzählt Bowitzky und die Freude darüber ist ihm anzuhören.

Das barrierefreie Rettungsboot sichert die Zukunft der Abteilung

Er selbst weiß, wovon er spricht. Er hat die Reha- und Behindertensportabteilung beim Wassersport PCK Schwedt e.V. von Anfang an mit aufgebaut. Keine leichte Sache. „Überall wo Sie mit Behinderten zu tun haben – nicht nur im Behindertensport – brauchen Sie zuerst Fachkenntnisse und die nötige Qualifikation. Schließlich übernimmt man auch viel Verantwortung.“

Das neue Boot, das 15.000 Euro kosten soll, ist gerade für die Handicap-Sportler des Vereins wichtig. „Gerade am Wochenende bei der WM-Quali in Halle haben wir wieder gesehen, wie schwierig es wird, wenn ein Handicap-Sportler kentert. Eine junge Nachwuchssportlerin musste in Halle gerettet werden – und das ging mit dem konventionellen Rettungsboot nur deshalb, weil zwei kräftige junge Männer sie aus dem Wasser gezogen haben Wer querschnittgelähmt ist, hängt ja wie ein nasser Sack im Wasser und spürt auch selbst nicht, wenn der Körper beim Rettungsversuch weiteren Schaden nimmt. Um das zu vermeiden, ist das neue Boot für uns so wichtig.“

Die Abteilung ist weiter auf Erfolgskurs

Die Behinderten- und Rehasportabteilung des PCK Wassersport Schwedt e.V. will sich in der nächsten Zukunft vor allem um neue Trainer und Übungsleiter bemühen. Aber auch in Sachen Nachwuchs hält der Verein die Augen offen. So soll die Kooperation mit einer Förderschule ausgebaut werden, wo körperlich und geistig behinderte Kinder und Jugendliche unterrichtet werden. Im Leistungssportbereich bemüht sich der Verein um die entsprechende Förderung und Anerkennung. Ein Termin für das Treffen mit dem Behindertensportverband Brandenburg und dem Kanuverband steht schon fest.

Das Fazit von Gerhard Bowitzky zu den „Sternen des Sports“ fällt rundum positiv aus: „Natürlich hat es ein wenig Aufwand bedeutet, die Bewerbung zusammenzustellen und das eigene Angebot zu präsentieren. Aber diese Mühe hat der Erfolg mehr als gerechtfertigt.“

(Quelle: wirkhaus)