Sterne des Sports (12): Verein für Fitness und Schwimmsport

25.04.2012

In einer 18-teiligen Serie werden die Sieger des Wettbewerbs "Sterne des Sports" vorgestellt. Den zwölften Platz belegte der Verein für Fitness und Schwimmsport aus Rödermark.

DOSB-Präsident Thomas Bach, Michael Mengler von der Volksbank Maingau, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Anne von Soosten-Höllings vom Verein für Fitness und Schwimmsport und BVR-Präsident Uwe Fröhlich (v.l.) bei der Preisverleihung in Berlin. Foto: Sterne des Sports

Die Angst sich zu blamieren, kann lebensgefährlich sein. „In einer Klasse ist ein Junge im Schwimmunterricht vom Einser gesprungen und hat dann im Wasser wild um sich geschlagen. Weil er einer ist, der gerne die Aufmerksamkeit auf sich zieht, dachte sich unser Trainer zuerst nichts dabei. Aber als die Bewegungen immer wilder wurden, hat er auf einmal begriffen, dass der Junge nicht schwimmen konnte, das aber auch nicht vor der ganzen Klasse zugeben wollte. Da ist der Trainer dann komplett angezogen ins Wasser gesprungen, um den Jungen zu retten“, berichtet Anne von Soosten-Höllings, die Vorsitzende des Vereins für Fitness und Schwimmsport e.V. in Rödermark. 

Gegen den Trend 

Die Zahl der Kinder, die nie mit der Familie beim Schwimmen waren, wächst. In manchen Fällen reicht dafür einfach das Geld nicht, in anderen können die Eltern selbst nicht schwimmen. Ein Trend, der deutschlandweit zunimmt. Deshalb ist es ein erklärtes Ziel des Vereins aus Hessen, mehr Menschen das Schwimmen beizubringen. 

Die Angebote richten sich an Kinder und Jugendliche, aber auch an Erwachsene mit und ohne Migrationshintergrund in Rödermark und Umgebung. Dabei arbeitet der Verein mit Schulen und Kitas eng zusammen. 

Alle Grundschulkinder sollen schwimmen lernen 

Inzwischen hat der Verein sein ehrgeiziges Ziel fast erreicht, dass in der Kooperationsgrundschule mit Ende der vierten Klasse alle schwimmen können. „Wir haben gezielt Schwimmkurse für Kinder angeboten, die kein Deutsch sprechen und noch nie ein Schwimmbad von innen gesehen hatten. Die Lehrer haben uns hinterher berichtet dass durch die Schwimmkurse auch die Sprachkompetenz der Kinder gestiegen ist.“ 

Während des Schwimmunterrichts kümmern sich Trainerinnen und Trainer des Vereins um die Nichtschwimmer der Gruppe. Das Schwimmen soll dabei auch ein Mittel sein, um bei den Kindern dauerhaft die Freude an der Bewegung und am regelmäßigen Sport zu wecken und zu fördern. In den Kindergärten bietet der Verein vor allem Kurse zur Wassergewöhnung an. 

Von Frauen für Frauen 

Besonders erfolgreich ist der Verein aber auch mit seinen Schwimmkursen exklusiv für Frauen. Fünf Trainerinnen betreuen hier 30 bis 40 Nichtschwimmerinnen. „Einzige Bedingung ist, dass die Teilnehmerinnen bei uns im Verein Mitglied werden müssen, wenn sie mitmachen wollen. Für viele Frauen mit ausländischen Wurzeln ist allein das schon ein Riesenschritt. In keinem anderen Land hat der Breitensport eine solche gesellschaftliche Bedeutung wie bei uns in Deutschland“, erklärt Anne von Soosten-Höllings. Viele von den Frauen mit Migrationshintergrund wundern sich besonders darüber, dass die Trainerinnen für ihre Arbeit im Verein kein Geld bekommen. 

Mit seiner Bewerbung „Schwimmen für alle“ hat der Verein für Fitness und Schwimmsport e.V. in Rödermark den Landessieg der „Sterne des Sports“ 2011 in Hessen geholt. Die Bewerbung ging an die Vereinigte Volksbank eG Maingau. Das Preisgeld soll in das geplante neue Fitnessangebot für Frauen fließen.

 

(Quelle: DOSB/wirkhaus)