Sterne des Sports (16): Wassersport PCK Schwedt

23.05.2012

In einer 18-teiligen Serie werden die Sieger des Wettbewerbs "Sterne des Sports" vorgestellt. Den 16. Platz belegte der Wassersport PCK Schwedt für die Integration von Behinderten.

DOSB-Präsident Thomas Bach, Gerhard Bowitzky von Wassersport PCK Schwedt, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Horst Gülink von der VR-Bank Uckermark-Randow und BVR-Präsident Uwe Fröhlich (v.l.) bei der Preisverleihung in Berlin. Foto: Sterne des Sports

Der Verein aus Brandenburg bietet seit 2009 auch Menschen mit Handicap die Möglichkeit, Wassersport zu treiben. Allerdings ist dafür oft ein enormer Aufwand nötig. „Einen Menschen, der querschnittsgelähmt ist, kann man beispielweise nicht mit einem normalen Boot aus dem Wasser retten, weil die Bordwand zu hoch ist“, erklärt Vereinschef Gerhard Bowitzky. 

Deshalb soll ein speziell ausgerüstetes Rettungs- und Begleitboot angeschafft werden. Das hat allerdings mit rund 13.000 Euro seinen Preis. Die Geldprämien, die der Wassersport PCK Schwedt auf Bronze-, Silber- und Goldebene der “Sterne des Sports” 2011 gewonnen hat, will der Verein dafür verwenden. Die Bewerbung wurde von der VR-Bank Uckermark-Randow eG betreut. 

Ein Mann mit Vorbildfunktion 

Die Idee, das Angebot auch für Mitglieder mit Handicap zu öffnen, kam nicht von ungefähr. Gerhard Bowitzky hat selbst durch einen Unfall vor zehn Jahren ein Bein verloren. Danach kämpfte er sich ins Leben und in den Sport zurück. Er war schon vor seinem Unfall Kanute und wurde 2010 Vizeweltmeister bei der Para-Kanu-WM in Polen. 

Die erfolgreiche Weltmeisterschaft legte unter anderem den Grundstein dafür, dass Kanusport ab 2016 bei den Paralympics dabei sein wird. In Rio de Janeiro wollen beim Paracanoeing dann auch Mitglieder vom PCK Schwedt an den Start gehen. Vorerst haben Gerhard Bowitzky und sein Vereinskollege Henry Schröder aber die WM 2012 im Visier. Das Ziel: zwei Medaillen. 

Alle gemeinsam in einem Boot 

Der Wassersport PCK Schwedt e.V. beweist aber auch jenseits des Leistungssports, dass sich Rudern, Kanu oder Paddeln als Freizeitsport für alle eignen. Auch für Menschen mit Handicap. Die Abteilung Reha- und Behindertensport wächst stetig. Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung oder auch Kinder aus benachteiligten Familien bekommen hier die Chance, sich in das Vereinsleben zu integrieren und die Angebote zu nutzen. 

Auch Kindern mit ADHS-Syndrom (Aufmerksamkeitsdefizit- Hyperaktivitätssyndrom) gibt der Verein Gelegenheit, ihre Energie positiv auf das Wasser zu lenken. Zweimal wöchentlich findet der Schulsport der Kinder beim Wassersport PCK statt. Auf dem Programm stehen dabei Ruder-Ergometer oder Krafttraining. Ganz nebenbei wird so bei den Kindern die Freude an Bewegung geweckt, sie trainieren ihre Konzentrationsfähigkeit und erleben hautnah die Natur. 

Folgerichtig waren es nicht etwa die Profi-Kanuten, die in Schwedt zu Beginn des Jahres 2012 auf dem Wasser unterwegs waren, sondern die Kinder der Tagesgruppe ADHS der Lebenshilfe. Bei kalten 5 Grad Celsius erlebten sie im Wandercanadier einen unvergesslichen Tag. Mit roten Nasen und Wangen gingen sie wieder an Land. Und bei heißen Getränken und Keksen gab es viele leuchtende Kinderaugen und das Gefühl „wir waren die Ersten“!

 

(Quelle: DOSB/wirkhaus)