Vorbild „Sterne des Sports“

25.02.2011

Die 19 Finalisten und ihre Sportangebote spiegeln die Vielfalt der kreativen Ideen im Breitensport

Sportvereine und Bankvertreter beim Abschlussfoto mit BVR-Präsident Fröhlich (l.), DOSB-Präsident Bach (9.v.r.) und Bundespräsident Wulff (Mitte)

Für die Plätze 10 bis 19 bei den "Sternen des Sports" in Gold 2010 gab es rauschenden Applaus und je 1.000 Euro Prämie (Foto: Kai Bienert/Andrea Göpfert)

Ein ganz besonderer Moment: Christian Löhr vom Münchner Yacht-Club nimmt die Glückwünsche von Bundespräsident Christian Wulff entgegen (Foto: Kai Bienert/Andrea Göpfert)

Eine Mischung aus knisternder Spannung, Vorfreude und Rührung hat am 07. Februar das Atrium der DZ BANK am Pariser Platz in Berlin erfüllt. Gemeinsam mit dem DOSB hatte der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) zur großen Abschlussgala der „Sterne des Sports“ in Gold eingeladen. Gefeiert werden sollten 19 Sportvereine aus allen Teilen der Bundesrepublik, die sich über den Sieg auf Landesebene für das Finale der „Sterne des Sports“ qualifiziert hatten. Auch wenn am Ende nur einer ganz vorne landen konnte, gab es hier keine Verlierer. Jeder Finalist wurde unter lang anhaltendem Applaus auf die Bühne gebeten, erhielt persönliche Glückwünsche von Bundespräsident Christian Wulff, eine Urkunde aus den Händen von DOSB-Präsident Thomas Bach und einen Scheck, den BVR-Präsident Uwe Fröhlich überreichte.

Die Preisverleihung als Ideenbörse

„Ich bin beeindruckt von den vielen unterschiedlichen Sportangeboten, mit denen sich die Vereine hier beworben haben“, sagte Otto Marchner vom Bayerischen Landessportverband nach der Preisverleihung. Er wünscht sich, dass noch mehr Sportvereine die „Sterne des Sports“ als Gedankenaustausch begreifen, sich ein Vorbild an den prämierten Ideen nehmen und sich für die eigene Vereinsarbeit inspirieren lassen. Marchner gehörte zur Delegation, die den Münchner Yacht-Club nach Berlin begleitet hatte.

Mit dem Angebot „Segeln für Alle“ kam der Verein auf den 19. Platz. Christian Löhr, der für den Verein die Auszeichnung auf der Bühne entgegen genommen hatte, war ein bisschen enttäuscht. „Natürlich gehört es im Sport dazu, dass man gerne aufs Treppchen möchte. Aber die Konkurrenz war groß“, sagte Löhr. Trotzdem genoss er die feierliche Preisverleihung als Lohn für seine ehrenamtliche Arbeit in vollen Zügen. „Meine Eltern haben mich schon im Alter von drei Jahren mit zum Segeln genommen. Die Begeisterung für diesen Sport ist mir quasi in die Wiege gelegt worden und diese Leidenschaft wollte ich gerne an andere weitergeben, auch an Menschen mit Handicap“, erzählt der Segler, der selbst im Rollstuhl sitzt. Durch einen Besuch bei Segelfreunden in der Schweiz kam der Verein endlich an die richtigen Boote dafür. Im vergangenen Sommer lud der Münchner Yacht-Club dann zum ersten „Schnuppertag für Menschen mit Behinderung“ ein. Dieses Jahr wird die Veranstaltung wiederholt.

Schöne Erinnerungen

Während die Nominierten mit Lampenfieber darauf warteten, auf welchen Platz die Bundesjury sie gewählt hatte, konnten andere ganz entspannt die Abschlussgala genießen. Unter ihnen Gabriele Klosa vom TSV Hochdahl, Bundessieger der „Sterne des Sports“ 2006 und das Ehepaar Karin und Klaus Wehowsky vom Polizeisportverein Saar e.V., der im vergangenen Jahr den „Großen Stern des Sports“ in Gold für sein Angebot „Tanzen als Sport und Therapie für Menschen mit Behinderung“ überreicht bekam. „Letztes Mal habe ich mich an nichts mehr erinnern können, als ich die DZ BANK verlassen habe. Die ganzen Interviews und Fragen zogen wie im Traum an mir vorbei, die Anspannung fiel erst später von mir ab“, erinnert sich Karin Wehowsky. Dieses Jahr hatten sie und ihr Mann die Reise zur Preisverleihung mit einem Kurzurlaub kombiniert – sie verbrachten ein langes Wochenende in Berlin, ganz ohne Trubel und Termine.