Bundessieger und Gewinner des „Großen Stern des Sports“ in Gold 2012

SV Eintracht von 1898 e.V. Hannover
(eingereicht bei der Hannoverschen Volksbank eG, Niedersachsen)


Sport gegen Depression

Mit „Aktiv aus dem Stimmungstief“ hat der SV Eintracht Hannover ein Kursprogramm für Betroffene entwickelt.

Depressionen sind eine Volkskrankheit. Rund vier Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Depression, die behandelt werden muss. Dass Bewegung ihnen helfen kann, ist zwar allgemeiner Konsens, aber wissenschaftliche Beweise dafür gibt es kaum. Das soll sich durch die Ergebnisse des Programms „Aktiv aus dem Stimmungstief“ ändern.

Gesundheit für Geist und Körper

Die Idee kam von Prof. Dr. Marc Ziegenbein von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Er war auf der Suche nach einem zukunftsgerichteten Angebot mit positivem Effekt für seine Patientinnen und Patienten, weil er mehr für sie tun wollte, als sie nur für die Dauer ihres Klinikaufenthalts zu behandeln. Der Niedersächsische Leichtathletik-Verband vermittelte dem engagierten Arzt den Kontakt zum SV Eintracht von 1898 e.V. Hannover. Nach dem ersten Kennenlernen folgten mehrere Treffen, bei denen auch die Sportwissenschaftler der Universität Würzburg und der Philipps-Universität Marburg dabei waren. Im Juni 2011 hat die konkrete Planung angefangen, etwa ein Jahr später ging der erste Kurs mit 50 Teilnehmern bei Eintracht Hannover an den Start.

Raus aus der Isolation

Neben der aktiven Bewegung sollte der Kurs auch die positiven Effekte des Vereinslebens vermitteln – das Gemeinschaftsgefühl und den Zusammenhalt. „Viele, die unter Depressionen leiden, kapseln sich ab, ziehen sich zurück und verhalten sich passiv – so hat es uns Professor Ziegenbein erklärt“, fasst der Vereinsvorsitzende Rolf Jägersberg zusammen. Durch das gemeinsam entwickelte Angebot „Aktiv aus dem Stimmungstief“ möchte man den Betroffenen helfen, dieses Verhaltensmuster zu durchbrechen.

Voraussetzung für die Teilnahme am Lauftraining war ein medizinischer Eignungstest. Die 50 Patientinnen und Patienten wurden in drei Gruppen aufgeteilt, die je ein Trainer und ein Assistenzarzt der MHH unter der Regie des Leichtathletik-Abteilungsleiters beim SV Eintracht Hannover Thomas Behling gemeinsam betreuten. Das Pensum passte das Team dabei flexibel an die Leistungsfähigkeit des Kurses an. Es umfasste Lauf- bzw. Walking-Einheiten von 15 bis 30 Minuten, die dann auf eine Stunde und länger gesteigert wurden.

Sport auf Rezept

Ende Oktober 2012 ging der zweite Kurs zu Ende, jetzt läuft die Auswertung. Rolf Jägersberg ist überzeugt, dass bis zum Frühjahr Evaluationsergebnisse und Trainingsprogramme vorliegen, von denen auch andere Sportvereine profitieren können. Ziel ist, dass Krankenkassen langfristig die Kosten für solche Sportangebote übernehmen.

Das Pilotprogramm in Hannover wurde von der Robert-Enke-Stiftung mit rund 12.000 Euro gefördert.

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