Bundessieger und Gewinner des „Großen Stern des Sports“ in Gold 2004

Budo-Club Mühlheim (eingereicht bei der Volksbank Maingau eG)

Judoka mit Behinderung

Als der hessische Budo-Club Mühlheim vor sieben Jahren angefangen hat, sein Judo-Angebot für Menschen mit Behinderungen zu erweitern, geschah dies vor allem auf Initiative von Thomas Hofmann. „Ich habe nach einem Sportangebot für meine geistig behinderte Tochter gesucht“, berichtet der Familienvater. Inzwischen trainieren fast 40 Mädchen und Jungen sowie Frauen und Männer mit geistigen und körperlichen Behinderungen im Budo-Club Mühlheim auf den Matten, gemeinsam mit den Nicht-Behinderten. „Am Anfang gab es natürlich auch kritische Stimmen, die vor den hohen Betreuungskosten warnten“, erinnert sich Thomas Hofmann, der für den Behindertensport im Verein verantwortlich ist. Aber diese Stimmen sind längst verstummt, denn die vielen kleinen und großen Erfolgsgeschichten sprechen für sich.

Selbständigkeit im Alltag

Nach dem moralischen Prinzip vom gegenseitigen Helfen und Verstehen, welches der Sportart zu Grunde liegt, werden die behinderten ebenso wie die nicht behinderten Judoka trainiert und gefördert. Dabei können die Sportlerinnen und Sportler ihre motorischen, kognitiven und koordinativen Fähigkeiten verbessern.

Zugleich unterstützen die auf einen engen Körperkontakt basierenden Bewegungen die Sozialisation, Integration und Kommunikation der Athleten. „Wir haben ein autistisches Mädchen, das überhaupt keinen Körperkontakt zuließ, als es zu uns kam. Durch den Sport ist dies nun möglich“, erzählt Thomas Hofmann. Das Training der Sportler bringt häufig viele kleine Fortschritte für den Alltag mit sich. Dabei geht es nicht immer um große Veränderungen, sondern zum Beispiel um das selbstständige Bus fahren oder auch nur das An- und Auskleiden. Dank der vielfältigen Lernerfolge können immer mehr behinderte Judoka in den allgemeinen Breitensportgruppen trainieren.

Die Integration der Behinderten endet im Budo-Club Mühlheim selbstverständlich nicht auf der Judomatte. Gemeinsame Sommerfeste, Vereinsausflüge und Museumsbesuche gehören zum Alltag des Vereins und fördern die Integration über den Sport hinaus. „Ein großer Erfolg sind auch gemeinsame Sportfeste und Wettkämpfe“, weiß Thomas Hoffmann zu berichten.

Erfolgserlebnisse und Kuscheleinheiten

Der Budo-Club Mühlheim ist schon seit vielen Jahren Ausrichter des Internationalen Mühlrad-Pokals für jugendliche und erwachsene Judoka. Seit vier Jahren richtet der Verein zeitgleich das „Einladungsturnier der Behinderten“ aus. Dabei kämpfen die behinderten Judoka in der gleichen Halle wie alle anderen und leisten einen entscheidenden Beitrag zu der einzigartigen Atmosphäre des Turniers. Eine Vielzahl von Leistungsklassen sorgt bei den behinderten Sportlerinnen und Sportlern für homogene Gruppen und eröffnet allen die gleichen Erfolgschancen.

Eine wichtige Basis der Integration und Förderung der Sportlerinnen und Sportler mit Handicap ist die qualifizierte Betreuung im Budo-Club Mühlheim. Alle Trainerinnen und Trainer der behinderten Judoka haben eine Fachübungsleiterlizenz Rehabilitationssport. Fachliche Unterstützung bietet zudem ein Sportarzt, der in den Übungsstunden immer erreichbar ist.

Besonderen Wert legt der Verein auf einen individuellen und einfühlsamen Umgang mit den Sportlerinnen und Sportlern, betont Thomas Hofmann: „Bei uns muss niemand einfach nur funktionieren. Wenn ein Judoka einfach mal nur in den Arm genommen werden möchte, dann ist das an diesem Tag wichtiger als das Training.“

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