„Das Ehrenamt muss belohnt werden“

Die frühere Top-Skiläuferin Hilde Gerg setzt sich in Bayern für die „Sterne des Sports“ ein.

Hilde Gerg holt 1998 Slalom-Gold in Nagano. (Foto: Sammy Minkoff)
Hilde Gerg holt 1998 Slalom-Gold in Nagano. (Foto: Sammy Minkoff)

Hilde Gerg gehört zu den erfolgreichsten deutschen Skiläuferinnen. Bei den Olympischen Winterspielen 1998 in Nagano holte sie Gold im Slalom und Bronze in der Kombination. „Wilde Hilde“ und „die Speed Queen“ – das sind Spitznamen, die sie von den Sportjournalisten bekam. Leider hatte sie immer wieder auch mit Verletzungen zu kämpfen, die sie schließlich im November 2005 dazu zwangen, ihre Leistungssportkarriere zu beenden.

Sie heiratete den langjährigen DSV-Trainer Wolfgang Graßl und gründete eine Familie. 2010 starb der Ehemann mit nur 40 Jahren völlig überraschend. Für seine Frau und alle Angehörigen ein schwerer Schicksalsschlag.

Heute lebt Hilde Gerg mit ihren beiden Kindern in Schönau am Königssee und fördert mit der Hilde Gerg Stiftung Kinder und Jugendliche, die sonst kaum Chancen im Leben haben.

Liebe Hilde Gerg – Sie sind dieses Jahr in Bayern das Gesicht des Wettbewerbs „Sterne des Sports“ 2013 - wie finden Sie die Idee, dass die Volksbanken Raiffeisenbanken gemeinsam mit dem DOSB das ehrenamtliche Engagement in den Sportvereinen auszeichnen?

Ich finde die Idee super, das Ehrenamt muss gerade in der jetzigen Zeit wieder vermehrt belohnt und gefördert werden.

Was hat Sie persönlich überzeugt, sich für Deutschlands wichtigsten Breitensportwettbewerb zu engagieren?

Breitensport ist die Basis. Nicht nur für den Leistungssport, nein auch viel mehr für den Spaß an der Bewegung, für das Erlernen neuer Fähigkeiten, für das Ausloten von Grenzen. Da für mich Sport einen großen Stellenwert in meinem Leben hatte und hat, war ich sofort dabei!

Mit welchen Erwartungen fahren Sie zur Jurysitzung und/oder  Preisverleihung der bayerischen „Sterne des Sports“ in Silber 2013?

Es ist immer schwierig mit Erwartungen an eine Sache heranzugehen, da kann man leicht enttäuscht werden. Nein, Spaß bei Seite. Ich freue mich auf die Veranstaltung, bisher habe ich nur Gutes vernommen, so lernt man auch die Leute hinter den Kulissen einmal kennen.

Wie wichtig war die Mitgliedschaft im Sportverein für Sie und Ihre Karriere als Weltklasse-Skiläuferin?

Im Alter von ca. 7 Jahren bin ich dem SC Lenggries beigetreten, von da an war meine Freizeitbeschäftigung geprägt vom Sport. Damals war es natürlich noch nicht das tägliche Training, aber die Freunde, der Spaß an der Bewegung und in meinem Fall natürlich das Skifahren, standen in enger Verbindung mit dem Sportverein.

Frau Gerg – Sie haben sieben Jahre als Expertin des ZDF die Wettkämpfe im alpinen Skisport begleitet. Was glauben Sie – warum fiebern so viele Menschen beim Skisport vor dem Fernseher mit, vor allem wenn internationale Wettkämpfe laufen?

Der Sport an sich bietet eine Grundlage sich zu messen, auch natürlich international. Der Zuschauer ist auf der einen Seite gefesselt von der Sportart, von der er Fan ist, andererseits kann er sich auch mit „seinen“ Deutschen identifizieren. Was natürlich bei einem Sieg, oder einer guten Leistung, etwas Positives für den Zuseher hat.

Welche Bedeutung hat der Sport heute in Ihrem Leben?

Sport hat nach wie vor einen sehr hohen Stellenwert in meinem Alltag. Die Kinder genießen eine eher sportorientierte Erziehung und meine Freizeit wird mit sportlicher Aktivität gefüllt.

Auch beruflich hat der Sport seinen Platz in meinem Leben. Hier mittlerweile mehr der gesundheitliche Gesichtspunkt, welcher vom Sport ausgeht. Ich studiere gerade Gesundheitsmanagement an der Deutschen Hochschule für Gesundheit und Prävention. Ein sehr interessantes Thema, vor allem wenn man wie ich Jahre lang nur Sport betrieben hat und die positiven Erfahrungen selbst erleben durfte. Es ist mir ein Anliegen, diese Erfahrungen weiterzugeben und die Menschen zu motivieren auf sich zu achten und sich zu bewegen.

Warum war es für Sie ein Herzensanliegen, eine Stiftung für Kinder und Jugendliche zu gründen?


Kinder und auch Jugendliche liegen mir besonders am Herzen. Ihr Lebensweg ist gerade in den Anfängen oder schlägt gerade eine gewisse Richtung ein. In diesem Alter ist es oft ganz entscheidend, auch die richtigen Menschen um sich zu haben. Da dies bei mir der Fall war, und ich dies nicht als selbstverständlich ansehe, wollte ich mit der Stiftung etwas zurückgeben. Gerade an die Kinder, denen dies nicht vergönnt ist.

Liebe Hilde Gerg – herzlichen Dank!

(Quelle: wirkhaus)



  • Hilde Gerg holt 1998 Slalom-Gold in Nagano. (Foto: Sammy Minkoff)
    Hilde Gerg holt 1998 Slalom-Gold in Nagano. (Foto: Sammy Minkoff)

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