Der Harzer Schwimmverein von 2002 e.V. - eine echte Erfolgsstory

Seit der Pilotphase der „Sterne des Sports“ 2004 hat der Verein aus Sachsen-Anhalt noch kein Wettbewerbsjahr ausgelassen.

Volker Hoffmann, der erste Vorsitzende des Harzer Schwimmvereins e.V.  Wernigerode (Mitte), ehrt die Teilnehmer der Schwimmstaffeln bei der "Woche der Inklusion". (Foto: HSV)
Volker Hoffmann, der erste Vorsitzende des Harzer Schwimmvereins e.V. Wernigerode (Mitte), ehrt die Teilnehmer der Schwimmstaffeln bei der "Woche der Inklusion". (Foto: HSV)

Die Statistik kann sich sehen lassen. Seit der Pilotphase 2004 beteiligt sich der Harzer Schwimmverein von 2002 e.V. (HSV) regelmäßig an Deutschlands wichtigstem Breitensportwettbewerb. Die Ideen sprudeln so zahlreich, dass der Verein in diesem Jahr die Bronzejury der Vereinigten Volksbank eG Wernigerode schon zum fünften Mal von sich überzeugen konnte: Mittlerweile zieren fünf „Große Sterne des Sports“ in Bronze das Vereinsbüro.

Doch damit nicht genug. Der HSV ist Leistungsstützpunkt des Landesschwimmverbandes Sachsen-Anhalt, Stützpunktverein für das DOSB-Programm Integration durch Sport und bekam für seine Kurse in Wassergymnastik das Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT des DOSB verliehen. Vor kurzem erhielt der HSV als erster Schwimmverein Deutschlands die Zertifizierung als „DSV-Jugend Schwimmschule“. Sie bestätigt, dass der Verein die vom Dachverband geforderten Kriterien bei der Schwimmausbildung einhält. Und auch Pläne für die nächsten Jahre hat der erste Vorsitzende des Vereins Volker Hoffmann schon in der Schublade. 

Herr Hoffmann, wie erklären Sie sich den großen Erfolg Ihres Vereins?

Wir haben einfach gute Ideen, die nachhaltig und wirksam sind, das unterstreicht zum Beispiel die hohe Qualität unserer Kinder- und Jugendarbeit. Außerdem schauen wir immer wieder über unseren Tellerrand hinaus und fragen uns, was die Leute in der Region an Sportangeboten interessiert. Wir bieten zum Beispiel auch Bauchtanzen und Fakir-Feuer-Kurse an, das würde man bei einem Schwimmverein nicht unbedingt erwarten. 

Ein anderes Beispiel ist unser Schwarzlichttheater, durch das wir überhaupt erst mit dem Thema Inklusion in Kontakt gekommen sind. Hier arbeiten wir mit einer Schule für Lernbehinderte zusammen. Da hatten die Lehrer das Problem, dass die Kinder sich ihre Texte vorher nicht merken konnten. Bei unserem Schwarzlichttheater brauchen sie das nicht, da kommt es auf die Bewegung an. Bei unserer Theaterwoche kommt dann auch jedes Mal ein Stück heraus, das wir anschließend bei der Sportjugendgala aufführen und dann auch noch mal bei der Weihnachtsfeier unseres Vereins. Viele von den Kindern mit Handicap erleben das zum ersten Mal: erfolgreich zu sein und etwas auf die Beine zu stellen, das andere sich ansehen. Und wir können gleichzeitig unseren Kindern und Jugendlichen zeigen, dass auch andere etwas leisten. Bei der „Woche der Inklusion“, mit der wir dieses Jahr in Wernigerode gewonnen haben, ging es genau darum, dass sich alle als Mannschaft erleben – egal ob mit oder ohne Behinderung, dass man zusammenwächst. 

Was hat Ihnen als Verein die Auszeichnung „Sterne des Sports“ gebracht?

Die „Sterne des Sports“ bieten unserem Verein eine sehr gute Möglichkeit zur Außendarstellung. Es ist wichtig, in der Öffentlichkeit präsent zu sein. Eigentlich können wir uns vor Nachfragen gerade im Kinder- und Jugendbereich nicht retten, aber durch den Wettbewerb können wir die Aufmerksamkeit auch auf unsere anderen Aktivitäten und Angebote lenken. Wir bieten eben nicht nur Wassersport an, sondern versuchen auch jenseits der Schwimmhalle attraktiv zu bleiben und auch dann Kurse anzubieten, wenn das Schwimmbad zu ist. Ich hätte zum Beispiel nie gedacht, dass unsere Bauchtanzkurse so gut laufen würden wie sie es tun. 

Natürlich bringt es unseren Verein voran, wenn wir immer wieder über den Tellerrand hinaus schauen, und Sport anbieten, der nicht in unserer Vereinssatzung abgedeckt ist. Wir fragen uns einfach: was wollen die Leute? Und probieren einfach mal was aus und warten ab, wie es sich entwickelt. Außerdem habe ich als Vorsitzender der Sportjugend Harz natürlich viel Kontakt mit anderen Einrichtungen. Da merke ich schnell, was gerade gebraucht wird. Die Nachwuchsarbeit liegt mir am Herzen, weil es gerade für Kinder so wichtig ist, dass sie beim Sport lernen, dass es Regeln gibt, denen man sich unterordnen muss, dass man zuhört, dass man auf die anderen achtet und sich gegenseitig hilft – also der soziale Aspekt, der in unserer Ellenbogengesellschaft oft zu kurz kommt. 

Viele Vereine denken, wenn Sie sich einmal bei den „Sternen des Sports“ beworben haben und ausgezeichnet wurden, haben sie beim nächsten Anlauf keine Chance. Was würden sie diesen Vereinen antworten bzw. raten?

Nicht resignieren, sondern gute Qualität bringen und auch mal was Besonderes machen, um bei der Jury zu punkten. Natürlich gehe ich die Bewerbung bei den „Sternen des Sports“ mit taktischen Überlegungen an, zum Beispiel plane ich für 2015 einen Mädchen-Fitness-Tag und damit könnten wir uns dann wieder bei den „Sternen des Sports“ bewerben. Manchmal erlebt man aber auch Überraschungen – wir haben zum Beispiel 2010 und 2011 in zwei aufeinander folgenden Jahren den Bronzesieg geholt, das hätte ich auch nie für möglich gehalten.

Warum sprudeln bei Ihnen nur so die preisgekrönten Ideen? Was macht das Besondere Ihres Vereins aus?

Ich liebe es, neue Ideen anzustoßen und auf den Weg zu bringen. Außerdem sind wir vielseitig und aufgeschlossen für Neues – das gilt für mich, aber auch für die anderen Vorstandskollegen und Übungsleiter, die mich bei meiner Arbeit unterstützen.

Wie groß ist die Sehnsucht, es mit dem Landessieg bei den „Sternen des Sports“ in Silber 2013  in Sachsen-Anhalt mal nach Berlin zum Bundesfinale zu schaffen?

Die ist sehr groß. Ich sage immer zu meinen Kollegen: „Wenn wir das geschafft haben, dann können wir uns zur Ruhe setzen.“ – Auch wenn wir das natürlich nie tun würden. Aber das ist schon ein ganz, ganz großer Traum von mir, dass wir einmal beim Bundesfinale in Berlin für Sachsen-Anhalt dabei sein dürfen. Darauf arbeiten wir hin.

Herr Hoffmann – vielen Dank!

(Quelle: wirkhaus)


  • Volker Hoffmann, der erste Vorsitzende des Harzer Schwimmvereins e.V.  Wernigerode (Mitte), ehrt die Teilnehmer der Schwimmstaffeln bei der "Woche der Inklusion". (Foto: HSV)
    Volker Hoffmann, der erste Vorsitzende des Harzer Schwimmvereins e.V. Wernigerode (Mitte), ehrt die Teilnehmer der Schwimmstaffeln bei der "Woche der Inklusion". (Foto: HSV)

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