Der Kick in eine erfolgreiche Zukunft

Der FV Blau-Weiss Spandau gewinnt mit der Maßnahme „Fußball und mehr“ den „Großen Stern des Sports“ in Silber der Berliner Volksbank.

Mathe im Vereinsheim: Grund zum Strahlen für die jungen Kicker des FV Blau-Weiss Spandau e.V. (Foto: privat)
Mathe im Vereinsheim: Grund zum Strahlen für die jungen Kicker des FV Blau-Weiss Spandau e.V. (Foto: privat)

Sie sind alle zwischen fünfzehn und achtzehn Jahre alt, sie sind alle keine Musterschüler und sie alle wohnen in Berlin-Spandau, Ortsteil Wilhelmstadt. In einem der so genannten Problemkieze also. Noch zwei weitere Dinge haben diese Jungs mit Wurzeln in der Türkei oder etwa den arabischen Ländern gemeinsam: Das eine ist die Leidenschaft für den Fußball - und das andere ist der starke, verlässliche Halt durch ihren Trainer Axel Vogel. Der rief vor gut zwei Jahren die Maßnahme „Fußball und mehr“ ins Leben. Dafür erhielt der FV Blau-Weiss Spandau 1903 e.V. jetzt den „Großen Stern des Sports“ 2012 in Silber der Berliner Volksbank eG.

Fußballschuhe und Matheheft

„Ich bin überrascht und freue mich riesig“, strahlt Axel Vogel, der von Beruf Polizeibeamter ist und fast seine gesamte Freizeit seinen Fußball-Jungs widmet: „Bei mir fliegen die Glückwünsche nur so ein, und alle sind total stolz“, erzählt Vogel. Stolz sein auf den Landessieg bei den „Sternen des Sports“, das darf er auch. Dank seines Engagements haben rund 20 Jugendliche aus dem Kiez eine feste Anlaufstelle, wenn es um Fragen rund um die Schule, um eine Bewerbung, um eine Ausbildungsmöglichkeit geht.

„Fußball und mehr“ ist eben mehr als rundes Leder und blauer Trainingsanzug. „Ich möchte, dass die Jugendlichen einen ordentlichen Schulabschluss schaffen und einen Ausbildungsplatz finden“, erklärt Axel Vogel. Seine Jungs, heute Spieler der B-Jugend, liegen ihm am Herzen, schließlich trainiert er sie schon seit 2006. Die Probleme, die ihm von den Spielern anvertraut werden, reichen längst über die Grenzen des Spielfeldrandes hinaus. „Alles begann, als mir ein Junge von seinen massiven Schulproblemen erzählte. Ich wollte ihm helfen und habe nach Lösungen gesucht“, erinnert sich der Trainer. Seine Idee: Nach der Schule am Vormittag folgt ein dreistündiges Betriebspraktikum, dann ein warmes Essen im Vereinsheim und bis zum Training am Abend kann sich wer will mit Nachhilfestunden besser auf den Unterricht vorbereiten oder Versäumtes nachholen.

Kooperationspartner für Perspektiven

Was folgte, war viel Klinkenputzerei, um aus Axel Vogels Vorstellung Wirklichkeit werden zu lassen. „Ich habe zum Beispiel den Schulen meinen Vorschlag präsentiert und nach Betrieben gesucht, die Praktikumsplätze zur Verfügung stellen“, berichtet Axel Vogel. Die Mühe hat sich gelohnt: Mittlerweile beteiligen sich sechs Schulen und zwölf Betriebe aus der ganzen Wilhelmstadt. Der Verein hat zwei Studenten eingestellt, die drei Mal pro Woche für zwei Stunden zusammen mit den Jugendlichen Hausaufgaben lösen oder sie etwa beraten, welche Fragen beim Vorstellungsgespräch auf sie zukommen.

Mit Zuversicht zu guten Noten

Und: Der Erfolg ist da. Wer trainiert, schießt leichter Tore, wer Anerkennung und Hilfe für sein Können in der Schule erfährt, der schreibt bessere Noten. „Die Lehrkräfte bestätigen uns, welche Fortschritte die Jugendlichen in der Schule machen. Und viele Betriebe haben so ihre künftigen Azubis schon kennen gelernt“, berichtet der Fußballtrainer. Vielleicht ja auch die Berliner Volksbank: „Die Bank hat mich nach der Preisverleihung angesprochen und mir zugesichert, dass auch sie einen Praktikumsplatz stellt. Das ist schon großartig!“ meint Axel Vogel.

Die 4000 Euro Preisgeld für den Landessieg investiert der FV Blau-Weiss Spandau wieder in die Maßnahme.  „Mir geht es um die Jungs. Das aus denen was Ordentliches wird, das ist für mich der größte Erfolg“ so der Polizeibeamte, der sich schon auf das Finale der „Sterne des Sports“ 2012 am 29. Januar 2013 freut, für das sich sein Verein durch den Landessieg qualifiziert hat.

Bei der Berliner Volksbank hatten sich in diesem Jahr 67 Vereine für einen „Stern des Sports“ beworben. Platz zwei und 2500 Euro gingen an den Segelclub Fraternitas 1891 e.V  für den Bau eines „Pappmaran". Über Platz drei und 1500 freuen sich die Mitglieder des Sporttreffs Karower Dachse e.V. für die Maßnahme „Lauftandem“. Die drei vierten Sieger erhielten je 500 Euro, es sind der SC Tegeler Forst e.V., der Sportclub Siemensstadt e.V. und der Verein Menschen in Bewegung e.V.

(Quelle: wirkhaus)


  • Mathe im Vereinsheim: Grund zum Strahlen für die jungen Kicker des FV Blau-Weiss Spandau e.V. (Foto: privat)
    Mathe im Vereinsheim: Grund zum Strahlen für die jungen Kicker des FV Blau-Weiss Spandau e.V. (Foto: privat)

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