Ein Leben für den Behindertensport: Seit 30 Jahren baut Dr. Martin Sowa von der TSG Reutlingen ein landesweites Netzwerk auf

„Eigentlich ist es mein Traumberuf“, fasst der Sozialpädagoge Dr. Martin Sowa seine Arbeit bei der TSG Reutlingen zusammen. Seit 30 Jahren setzt er sich mit seinem Team ehrenamtlich dafür ein, dass Menschen mit geistiger und Mehrfachbehinderung Sport treiben können. Über die Jahrzehnte ist ein umfangreiches Netzwerk für den Behindertensport entstanden, das ganz Baden-Württemberg umspannt. Die TSG Reutlingen kooperiert mit anderen Vereinen, Schulen, Werkstätten oder Wohngruppen und arbeitet eng mit der Pädagogischen Hochschule vor Ort zusammen, deren Absolventen die Ideen des Vereins gerne aufgreifen.

So wird das Netz täglich dichter. Allein in Baden-Württemberg ist die TSG Reutlingen in allen vier Regierungsbezirken Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg und Tübingen feinmaschig vernetzt. Auch das Zusammenwirken und die  Netzwerke mit Vereinen von Nichtbehinderten nehmen zu. Diese treten mittlerweile selbst an die Behindertensportabteilung des TSG Reutlingen heran. Laufveranstaltungen wie „Zieh dir den Schuh an“ - gemeinsam mit einem der größten Laufvereine der Region Igel (IGL) Reutlingen -  oder der Altstadtlauf erfreuen sich steigender Teilnehmerzahlen.

Für Martin Sowa ist der Behindertensport seine Lebensaufgabe. Sein Ziel: Er möchte Menschen mit Behinderung lebenslanges Sporttreiben ermöglichen. Dafür engagiert er sich seit rund 30 Jahren, und zwar mit Erfolg: Heute gehören 477 Mitglieder, 43 verschiedene Sportgruppen und 14 Psychomotorik Gruppen zum TSG Reutlingen. Die Teilnehmer kommen aus allen Altersgruppen zwischen 4 und 83 Jahren. Das Angebot der Abteilung umfasst Bewegungsspiele, Schwimmen, Leichtathletik, Tischtennis, Triathlon und vieles mehr. Regelmäßig werden Wanderungen, Freizeiten, sowie Sport- und Spielfeste, Wettkämpfe und Turniere veranstaltet.

„Man muss die eigene Sichtweise erweitern und sich nicht an einem traditionellen Sportverständnis wie schneller, höher, weiter orientieren. Ausgangspunkt ist immer der Mensch mit Behinderung. Wie kann ich aus seinen Fähigkeiten etwas Neues für eine Sportart kreieren?“ So tritt laut Martin Sowa anstelle von Konkurrenzdenken ein natürliches und selbstverständliches Miteinander von Behinderten und Nichtbehinderten. Aus seiner langjährigen Tätigkeit im Behindertensport hat er ein Konzept für das Land Baden-Württemberg erarbeitet.

Das Schöne am Training für und mit geistig behinderten Menschen scheint das Überschreiten von Regeln, das Gestalten neuer Spielformen zu sein. Manchmal entstehen komplett neue Varianten, die sowohl für Nichtbehinderte als auch Behinderte spielbar sind. Kreativ sein zu müssen, ist für Martin Sowa ein hoher Motivationsfaktor - und das hält ihn auch weiter bei der Stange.



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