Eine zweite Chance

Der SV 36 Ophoven gewinnt mit „Anpfiff für ein neues Leben“ den „Großen Stern des Sports“ in Bronze 2013 der Raiffeisenbank Heinsberg eG.

Freude auf dem Siegertreppchen der „Sterne des Sports“ der Raiffeisenbank eG Heinsberg: (v. l.n.r) Egbert Symens (TC Rot-Weiß), Dirk Schulze (SV 36 Ophoven), Hartmut Esen (ATV Geilenkirchen) (Foto: Volker Kirschbaum)
Freude auf dem Siegertreppchen der „Sterne des Sports“ der Raiffeisenbank eG Heinsberg: (v. l.n.r) Egbert Symens (TC Rot-Weiß), Dirk Schulze (SV 36 Ophoven), Hartmut Esen (ATV Geilenkirchen) (Foto: Volker Kirschbaum)

Dirk Schulzes Terminplan ist auch außerhalb seiner Arbeitszeit eng gestrickt. Die Dienstag- und Donnerstagsabende steht er je drei Stunden auf dem Platz, und auch am Sonntag ist der Vorsitzende des SV 36 Ophoven e.V. von mittags bis abends unterwegs für den Fußball – und dafür, jungen Menschen eine zweite Chance zu geben. „Anpfiff für ein neues Leben“ heißt die Maßnahme des SV 36 Ophoven, für die ihm jetzt die Raiffeisenbank Heinsberg eG den „Großen Stern des Sports“ in Bronze 2013 und ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro zuerkannt hat.

Alles begann 2009, als dem nordrhein-westfälischen Verein für eine 1. Mannschaft die Spieler fehlten. „Ich habe deshalb bei der Jugendvollzugsanstalt Heinsberg gefragt, ob es dort nicht junge Männer gibt, die Lust haben, bei uns zu spielen“, erzählt Dirk Schulze. Das Interesse war groß und die Kooperation zwischen JVA und Sportverein schnell geschlossen. Seitdem spielen regelmäßig zwei bis vier jugendliche Straftäter im Alter von 18 bis 22 Jahren beim SV Ophoven. Sie bleiben beim Verein, solange ihre Zeit in der JVA dauert. Seit dem Beginn der Maßnahme vor fünf Jahren haben insgesamt über zwanzig der JVA-Insassen beim Fußballverein gespielt. Gewalt gab es dabei nie.

Ganz normale Jugendliche

„Als die ersten Spieler zu uns kamen, hat unsere Mannschaft ziemlich große Augen gemacht“, erinnert sich Dirk Schulze. „Die Spieler waren gegenüber den jungen Männern aus der JVA recht distanziert, doch im Laufe der Zeit haben sie sich angenähert und gemerkt, dass das ganz normale Jugendliche sind. Und: Auf dem Sportplatz sieht man nicht, woher jemand kommt.“

Für Dirk Schulze ist der Gewinn des „Großen Stern des Sports“ in Bronze eine Anerkennung des Ehrenamtes und ein Beweis, das auch ein kleiner Verein wie der SV 36 Ophoven mit rund 100 Mitgliedern etwas auf die Beine stellen kann. „Vielleicht machen es uns ja andere Vereine nach, schließlich sind hier fast alle auf der Suche nach Nachwuchs“, hofft Dirk Schulze.

Verdienste Anerkennung

Platz zwei und 7.500 Euro gewann der ATV Geilenkirchen e.V. für seine Maßnahme „Dialyse-Sport“, bei der Dialyse-Patienten während der Behandlung Sport treiben können. Drittplatzierter wurde der Geilenkirchener Tennisverein Rot-Weiß e.V., der sich über ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro freuen darf. Der Verein hatte sich mit dem Angebot „Snoopy-Camp“ bei der Raiffeisenbank Heinsberg eG beworben. Beim „Snoopy-Camp können auch Kinder aus sozial schwächeren Familien trainieren. Alle anderen teilnehmenden Vereine wurden mit 100 Euro belohnt.

„Sportvereine leisten jeden Tag einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag. Sie sorgen dafür, dass wir gesund und fit bleiben, bieten ihren Mitgliedern ein zweites Zuhause und haben für alle Wünsche oder Sorgen ein offenes Ohr“, betonte Thomas Giessing, Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Heinsberg und ehemaliger Leichtathletik-Leistungssportler, Europameister und Olympiateilnehmer. Er führte aus: „Viel zu selten bekommen Vereine und deren ehrenamtliche Akteure dafür die Anerkennung, die sie verdienen. Das haben wir in Zusammenarbeit mit dem Kreissportbund geändert. Gemeinsam haben wir deshalb Vereine gesucht, die bei uns mit dem 'Stern des Sports' in Bronze ausgezeichnet werden sollten“, so Giessing.

Deutschlands wichtigster Breitensportwettbewerb

Die „Sterne des Sports“ haben sich seit ihrer Premiere im Jahr 2004 zu Deutschlands wichtigstem Breitensportwettbewerb entwickelt. Der Wettbewerb ist eine Zusammenarbeit der Volksbanken Raiffeisenbanken mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und ehrt Sportvereine für ihr gesellschaftliches Engagement.

Mit dem Sieg auf regionaler Ebene hat sich der SV 36 Ophoven für die landesweite Teilnahme bei den „Sternen des Sports“ in Silber qualifiziert. Und wer weiß, vielleicht gelingt es dem Verein sogar, im Januar auf Bundesebene einen „Stern des Sports“ in Gold zu gewinnen?  

(Quelle: wirkhaus)


  • Freude auf dem Siegertreppchen der „Sterne des Sports“ der Raiffeisenbank eG Heinsberg: (v. l.n.r) Egbert Symens (TC Rot-Weiß), Dirk Schulze (SV 36 Ophoven), Hartmut Esen (ATV Geilenkirchen) (Foto: Volker Kirschbaum)
    Freude auf dem Siegertreppchen der „Sterne des Sports“ der Raiffeisenbank eG Heinsberg: (v. l.n.r) Egbert Symens (TC Rot-Weiß), Dirk Schulze (SV 36 Ophoven), Hartmut Esen (ATV Geilenkirchen) (Foto: Volker Kirschbaum)

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