Gut durchgeboxt: Mit seinem Integrationsprogramm scjafft es der BSV Ibbenbüren in NRW unter die ersten drei

Die Boxer aus Ibbenbüren bei der Auszeichnung in Köln
Die Boxer aus Ibbenbüren bei der Auszeichnung in Köln

Die Klitschko-Brüder und Regina Halmich sind die großen Idole des deutschen Boxsports – da machen auch die Mitglieder vom Boxsport-Verein Ibbenbüren keine Ausnahme. Aber eigentlich sind sie noch ein bisschen mehr stolz auf ihren eigenen Star: Fener Ay. Die Kurdin hat in den vergangenen Jahren den deutschen Frauenboxsport in der Klasse bis 50 Kilo dominiert. Vier Mal hintereinander wurde sie deutsche Meisterin. Inzwischen hat sie auch den Trainerschein. „Sie ist das Vorbild für viele Mädchen, die hier bei uns mit dem Boxen anfangen“, erzählt Wilfried Placke, der Vereinsvorsitzende beim Boxsport-Verein Ibbenbüren.

Seit fast 20 Jahren versucht der Verein Jugendlichen aus Einwandererfamilien ein zweites Zuhause zu geben und ihnen zu helfen: Egal ob sie einen Ämtergang erledigen oder sich vor Gericht verantworten müssen.

„Nach dem Kosovo-Krieg haben wir mit unserem Integrationsprojekt angefangen“, sagt Placke. Leicht haben die Jugendlichen mit Migrationshintergrund es auch heute noch nicht. „Gerade wenn es darum  geht einen Job zu finden, tun sie sich schwer. Schuld sind oft die schlechten Deutschkenntnisse“, zieht Placke ein wenig enttäuscht Bilanz. Dabei würde er sie gerne noch mehr unterstützen.
Er selbst hat von Anfang an darauf geachtet, dass in seiner Halle nur Deutsch gesprochen wird. „So gibt es keine Missverständnisse zwischen den sieben Nationen, die hier bei uns zusammen trainieren“ begründet Placke seine goldene Regel. Die alten Rivalitäten zwischen Jugendlichen aus türkischen und russischen Familien, wie es sie am Anfang gab, sind längst Vergangenheit: Heute ziehen die Jugendlichen nach dem Training gemeinsam los. Ein Zeichen, dass das Konzept aufgeht.

Aber auch der Zusammenhalt zwischen alt und jung funktioniert in Ibbenbüren: Die rund 80 Mitglieder sind zwischen 10 und 70 Jahre alt. Außerdem gehören auch körperlich und geistig Behinderte zum Verein. Placke kommt es darauf an, dass alle sich gegenseitig achten und anerkennen. Auch ob sie sich nur fit halten wollen, oder wirklich die Boxhandschuhe anziehen, steht jedem frei. „Keiner muss boxen, aber die meisten, die einmal im Ring standen, kommen davon nicht mehr los“, erzählt Placke:„Das ist wie eine Sucht.“


  • Die Boxer aus Ibbenbüren bei der Auszeichnung in Köln
    Die Boxer aus Ibbenbüren bei der Auszeichnung in Köln

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