Hessische Siegertypen

In Berlin kommen jährlich diejenigen Vereine aus ganz Deutschland zusammen, die auf Landesebene die Mehrzahl der Jurystimmen auf sich vereinigen konnten. Ein Blick auf die Podiumsplätze der Preisverleihungen in Gold der vergangenen Jahre zeigt: Die Hessen sind besonders erfolgreiche Teilnehmer.

Die integrative Tauchgruppe „Wasserflöhe“ des VSG Darmstadt gewann 2016 den 2. Platz.
Die integrative Tauchgruppe „Wasserflöhe“ des VSG Darmstadt gewann 2016 den 2. Platz.

2015 wurde der VfL Bad Wildungen, unterstützt durch die Waldecker Bank, mit seinem Flüchtlingsprojekt Bundessieger, 2016 belegte die integrative Tauchgruppe des VSG Darmstadt 1949 an der Seite der Volksbank Darmstadt Südhessen den zweiten Platz. Gleiches gelang dem Judo-Club Kim-Chi Wiesbaden im Jahr 2017 mit seiner Initiative „Bewegung macht schlau – Opfer, nein danke“, eingereicht bei der Mainzer Volksbank.

Eckhard Cöster, Geschäftsbereichsleiter Sportentwicklung des Landessportbundes Hessen sagt: „Dreimal in Folge unter den ersten Zwei, da darf man stolz sein.“ Anerkennung ist eine Währung, mit der die Vereine für ihren Einsatz belohnt werden. Dazu kommen noch andere, ganz praktische Vorteile, von denen die Vereine von Bad Wildungen über Wiesbaden bis Darmstadt profitieren. Drei Vereine, drei Initiativen, eine Meinung: Mitmachen lohnt sich.

Siegbert Gender vom Judo-Club Kim-Chi Wiesbaden ist die Preisverleihung 2017 in Berlin noch in lebhafter Erinnerung: „Wenn der Bundespräsident Ihren Verein würdigt, dann hat das einfach eine besondere Wirkung.“ Die mediale Präsenz und die damit verbundene Aufmerksamkeit für die Initiative haben viele neue Mitgliederinnen und Mitglieder gebracht und den Judo-Club, was die Wertschätzung aus dem Umfeld betrifft, auf ein neues Level gehoben. „Wir sind nun für die Schulen und die Stadt ein anerkannter Bildungspartner“, sagt Siegbert Gender. Mit dem Preisgeld unterstützt der Judo-Club derzeit Einrichtungen, die sich die Kurse aus eigenen Mitteln nicht leisten können. „Unser Ziel wäre es, dass es unser Programm flächendeckend in Wiesbaden gibt.“

Über die hessischen Grenzen hinaus besteht ebenfalls Interesse an dem Engagement: Kürzlich präsentierten Vertreterinnen und Vertreter des Judo-Club Kim-Chi das Programm in Speyer. Für einen gelungenen Auftritt sorgen darüber hinaus TV-Beiträge von RTL und vom Hessischen Rundfunk, die die Wiesbadener rund um die Preisverleihung in Gold besucht hatten. „Solche professionellen Videos, die wir auch verwenden dürfen, sind natürlich sehr wertvoll für den Verein“, so Gender.

„Ausnahmezustand“ – so bezeichnet auch Wolfgang Ochs vom VfL Bad Wildungen die ersten Wochen nach dem Gewinn des „Großen Stern des Sports“ in Gold 2015. „Das war mir schon fast peinlich, denn bis heute bin ich überzeugt, dass wir nur getan haben, was als Verein selbstverständlich ist: Menschen jeglicher Herkunft, Religion oder Hautfarbe ein Sporttreiben zu ermöglichen.“ Dafür, diese Selbstverständlichkeit nach außen zu tragen, seien die „Sterne des Sports“ gerade da – und natürlich, um sich im Austausch mit anderen Vereinen neue Impulse zu holen und Netzwerke zu knüpfen. Das Preisgeld wurde in Lehrgänge für neue Übungsleiterinnen und Übungsleiter sowie in Equipment für die Boxabteilung investiert.

Was möglich ist, wenn man die gesamte Palette an positiven Nebeneffekten einer erfolgreichen „Sterne des Sports“-Teilnahme ausschöpft, zeigt auch das Beispiel des VSG Darmstadt mit seinen „Wasserflöhen“. Nach dem zweiten Platz in Berlin erhielt die inklusive Tauchgruppe eine Einladung zu den Landesspielen der Special Olympics in Marburg und konnte die Veranstaltung als Bühne nutzen – angeführt von Carina Kühne, einer Sportlerin des Vereins mit Down-Syndrom. „Sogar ein Tauchlehrer aus der Schweiz interessierte sich für unser Programm. Er hat mittlerweile einen eigenen Behindertentauchverein gegründet“, sagt Marko Bertges vom VSG Darmstadt stolz.

Als Vorbild auftreten und andere zum Mitmachen motivieren – nach diesem Motto konnte mit finanzieller Unterstützung der Volksbank Darmstadt-Südhessen bei einem Sport- und Spielfest im Darmstädter Herrengarten ein verglaster Container für einen Schnupper-Tauchkurs aufgestellt werden. Die Resonanz auf das Angebot war enorm. Mit dem Preisgeld wurde etwas Gutes in eigener Sache getan, konkret: eine Reise nach Belgien – dort kann man in einem Indoor-Aquarium mit Fischen tauchen. „Ein einzigartiges Erlebnis für unsere behinderten Sportlerinnen und Sportler, die diesen geschützten, überschaubaren Raum benötigen“, sagt Bertges.

Wer sich die Projekte der „hessischen Siegertypen“ nochmal genau möchte – hier gibt`s die Videoclips von der Goldpreisverleihung:
Judo-Club Kim-Chi Wiesbaden
Wasserflöhe VSG Darmstadt
VfL Bad Wildungen

 


  • Die integrative Tauchgruppe „Wasserflöhe“ des VSG Darmstadt gewann 2016 den 2. Platz.
    Die integrative Tauchgruppe „Wasserflöhe“ des VSG Darmstadt gewann 2016 den 2. Platz.

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